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    • Bautzen, obersorbisch Budyšin (anhören)ⓘ/?, bis 3. Juni 1868 offiziell Budissin (siehe Ortsname), ist eine Große Kreisstadt in Ostsachsen. Die Stadt liegt an der Spree und ist Kreissitz des nach ihr benannten Landkreises Bautzen. Mit rund 38.000 Einwohnern ist Bautzen zugleich die größte Stadt des Kreises und die zweitgrößte der Oberlausitz sowie deren historische Hauptstadt.
      Die Stadt im Süden des sorbischen Siedlungsgebietes gilt als das politische und kulturelle Zentrum der Sorben und ist Sitz zahlreicher sorbischer Institutionen. Die Stadt gehört der Euroregion Neiße an.

      Geographie


      Alte Wasserkunst, Michaeliskirche und Spree

      Lage

      Die Stadt an der Spree liegt etwa 50 Kilometer östlich von Dresden am Übergang des Lausitzer Berglandes in das Tiefland im Norden im Naturraum des Oberlausitzer Gefildes. Nördlich der Stadt befindet sich die 1974 fertiggestellte Talsperre Bautzen. An ihrer Stelle waren früher die Dörfer Malsitz (Małsecy) und Nimschütz (Hněwsecy) im Spreetal gelegen. Etwa acht Kilometer südlich der Stadt tritt die Spree zwischen dem Drohmberg (Lubin) im Osten und dem Mönchswalder Berg (obersorbisch Mnišonc) im Westen aus dem Lausitzer Bergland hervor.

      Geologie und Boden

      Den Grundgebirgssockel im Bereich der Stadt Bautzen bildet der Lausitzer Granodiorit. Teilweise steht dieser im Bereich von Kuppen und Hügeln oberflächennah an, im Taleinschnitt der Spree tritt er in Form von offenen Felsbildungen zutage. Während Elster- und Saaleeiszeit überlagerten Schmelzwassersande das Grundgebirge. Besonders im Bereich Salzenforst treten deshalb Kiese und Sande oberflächennah auf. Sowohl der Lausitzer Granodiorit als auch Kiese und Sande werden im Stadtgebiet Bautzen bergbaulich genutzt.
      Die Böden im Stadtgebiet haben sich vorwiegend aus dem anstehenden Lößlehm entwickelt. Es dominieren vernässungsfreie Löß-Parabraunerden. Die Ackerzahlen liegen durchschnittlich zwischen 50 und 60.
      Der mit 219 m ü. NHN höchste Punkt des historischen Stadtgebietes befindet sich auf dem Fleischmarkt zwischen Dom und Rathaus. Diese Erhebung wurde früher als Irrenberg bezeichnet. Die höchste Erhebung des gesamten heutigen Stadtgebietes ist mit 268 m ü. NHN der Chorberg bei der Ortschaft Salzenforst. Der mit 154,2 m ü. NHN tiefstgelegene Punkt des Stadtgebietes befindet sich an der Spree unterhalb der Bautzener Talsperre direkt an der Stadtgrenze zu Malschwitz.[2]

      Ausdehnung des Stadtgebiets

      Die alte Stadt Bautzen erstreckt sich auf dem Felsplateau über der Spree, dessen Spitze die Ortenburg bildet. Sie wird von der Stadtmauer begrenzt. Die später erbauten neueren Stadtteile im Osten der Stadt werden vom Stadtwall umschlossen. Nach dessen Abtragung breitete sich die Stadt zunächst weiter nach Osten und auf das andere Spreeufer im Westen aus. Westlich der Spree befindet sich jedoch nur ein kleiner Teil der geschlossenen städtischen Bebauung. In den 1970er Jahren wurden die Neubaugebiete Gesundbrunnen und Allende­viertel (beide im Osten) erbaut. Seit 1990 wurden mehrere benachbarte Dörfer eingemeindet (siehe Abschnitt Eingemeindungen).

      Nachbargemeinden

      An die Stadt grenzen im Norden Radibor, Großdubrau und Malschwitz, im Osten Kubschütz, im Süden Großpostwitz, Obergurig und Doberschau-Gaußig und im Westen Göda an. Alle angrenzenden Gemeinden gehören zum Landkreis Bautzen.

      Stadtgliederung


      Die Stadtteile Bautzens.

      Bautzen besteht seit 2020 aus 29 Ortsteilen, vorher 25. Die eigentliche Kernstadt mit knapp 35.000 Einwohnern besteht aus den Stadtteilen (Einwohnerzahlen Stand 31. Dezember 2024; Statistischer Bericht der Stadtverwaltung Bautzen).

      Innenstadt (Nutřkowne město) – Der historische Stadtkern Bautzens, abgegrenzt durch den (ehemaligen) Verlauf der äußeren Stadtmauer; schließt das Gebiet der historischen Innenstadt (Erweiterungsgebiet der Stadt aus dem 14. Jahrhundert, weitgehend abgegrenzt durch den Verlauf der noch in großen Teilabschnitten in geschleifter Form vorhandenen äußeren Stadtmauer) im Osten und Süden der eigentlichen Altstadt ein – 5.457 Einwohner.
      Nordostring (Sewjerowuchodny wobkruh) – Schließt sich nördlich und östlich an die Altstadt an und besteht in großen Teilbereichen aus Bürgerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach dem Stadtratsbeschluss Nr. 192/11/06 vom 29. November 2006 wurde der ehemalige Stadtteil Stadtmitte zusammen mit Gebieten nördlich der Altstadt zusammengefasst und ist der bevölkerungsreichste Stadtteil Bautzens – 10.428 Einwohner.
      Gesundbrunnen (Strowotna studnja) – Neubaugebiet im Nordosten der Stadt aus den 1970er Jahren. Nach dem Stadtratsbeschluss Nr. 192/11/06 vom 29. November 2006 wurden Teile des bis dahin zum Stadtteil Gesundbrunnen zählenden Gebietes nördlich der Bautzener Altstadt ausgegliedert und mit dem Stadtteil Stadtmitte zum Stadtteil „Nordostring“ zusammengefügt. Der Stadtteil Gesundbrunnen ist danach nicht mehr der bevölkerungsreichste der Stadt – 6.207 Einwohner.
      Südvorstadt (Južne předměsto) – Schließt sich südlich der Bahnstrecke Görlitz–Dresden an die Innenstadt an – 1.749 Einwohner.
      Westvorstadt (Zapadne předměsto) – Stellt den Teil der eigentlichen Stadt westlich der Spree dar; oft auch als „Neustadt“ bezeichnet; nach der offiziellen Gliederung der Stadtverwaltung Bautzen gehört das historische Dorf Seidau unmittelbar nördlich von Innenstadt und Ortenburg an der Spree zur Westvorstadt – 3.245 Einwohner.
      Ostvorstadt (Wuchodne předměsto) – Schließt sich südöstlich an die Stadtmitte an und besteht vorwiegend aus Bürgerhäusern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie einigen Siedlungen aus den 1930er Jahren, der Siedlung Strehla (Třělany) und dem Neubaugebiet „Allendeviertel“ – 5.762 Einwohner.

      Die folgenden Stadtteile sind ländlich geprägt und befinden sich am Stadtrand:

      Teichnitz – besteht aus den eingemeindeten Dörfern Teichnitz (Ćichońca) und Neuteichnitz (Nowa Ćichońca) im Norden des Stadtgebietes; 251 Einwohner.
      Nadelwitz – Ortsteil im Osten der Stadt, der aus dem Dorf Nadelwitz (Nadźanecy) und größeren Acker- und Waldflächen besteht; 286 Einwohner.
      Boblitz (Bobolcy) – Weiler bei Oberkaina; bis 2020 zu diesem gerechnet, 30 Einwohner.
      Burk (Bórk) – Dorf im nordöstlichen Stadtgebiet am Ufer der Talsperre Bautzen; 463 Einwohner.
      Oberkaina (Hornja Kina) – Ortsteil im Süden der Stadt; 775 Einwohner.
      Oehna (Wownjow) – Dorf am Stausee Bautzen; bis 2020 zu Teichnitz, 64 Einwohner.
      Neumalsitz (Nowe Małsecy) – Siedlung am Stausee Bautzen; bis 2020 zu Teichnitz, 20 Einwohner.
      Niederkaina – Ortsteil und Ortschaft im Nordosten Bautzens; besteht aus den Dörfern Niederkaina (Delnja Kina) und Basankwitz (Bozankecy), beide am Albrechtsbach gelegen; 436 Einwohner.
      Stiebitz – Besteht aus den Dörfern Stiebitz (Sćijecy) und Rattwitz (Ratarjecy) im westlichen Stadtgebiet; 576 Einwohner.

      Folgende Ortsteile waren bis 2007 zum Stadtteil Kleinwelka zusammengefasst:

      Kleinwelka (Mały Wjelkow) – Ehemals eigenständige Gemeinde im Norden des Stadtgebietes; 719 Einwohner.
      Großwelka (Wulki Wjelkow) – Unmittelbar westlich an Kleinwelka anschließend; 261 Einwohner.
      Lubachau (Lubochow) – Dorf westlich der Talsperre Bautzen; 81 Einwohner.
      Kleinseidau (Zajdow) – südlich von Kleinwelka, baulich mit diesem zusammenhängend; 175 Einwohner.

      Diese Ortsteile im Nordwesten des Stadtgebietes gehörten bis 1994 zur Gemeinde Salzenforst-Bolbritz und waren bis 2007 zum gleichnamigen Stadtteil zusammengefasst:

      Bloaschütz (Błohašecy, 104 Einwohner) – Standort des Industriegebietes Bautzen-Salzenforst,
      Bolbritz (Bolborcy, 124 Einwohner),
      Döberkitz (Debrikecy, 52 Einwohner),
      Löschau (Lešawa, 22 Einwohner),
      Niederuhna (Delni Wunjow, 26 Einwohner) – bis 2020 zu Oberuhna,
      Oberuhna (Horni Wunjow, 65 Einwohner),
      Salzenforst (Słona Boršć, 272 Einwohner),
      Schmochtitz (Smochćicy, 47 Einwohner),
      Temritz (Ćemjercy, 65 Einwohner),

      Die Gemarkung Auritz (Wuricy) im Südosten der Stadt wurde 1999 von Kubschütz nach Bautzen umgegliedert und ist heute ein aus dem Dorf Auritz und einem Teil von Jenkwitz (Jenkecy) bestehender Stadtteil mit 412 Einwohnern.
      Bautzen, auch bekannt als Budyšin, ist eine Große Kreisstadt in Ostsachsen mit rund 38.000 Einwohnern. Als politisches und kulturelles Zentrum der Sorben ist es Sitz zahlreicher sorbischer Institutionen. Die Stadt liegt an der Spree und gehört zur Euroregion Neiße. Das Stadtgebiet umfasst 29 Ortsteile.